Happy Birthday Babygirl

Liebes Baby,

– ein paar Stunden bist du noch eines- und ich kann es nicht glauben, dass du in ziemlich genau 12 Stunden schon ein Kleinkind bist. Andererseits, wenn ich an deinen jetzt bereits vorhandenen Eigensinn denke, dann wundert es mich, dass du noch so klitzeklein bist…
Ich weiß noch genau, wie dein Papa und ich vor einem Jahr illegalerweise durch die Südstadt geturnt sind. Von Pizzeria zu Café zur Buchhandlung ( ich habe mir einen Krimi gekauft, für den Fall, die Geburt könnte langweilig werden) auf Wehen wartend. Den Krimi habe ich nicht wirklich gebraucht, denn als meine Zimmernachbarin endlich samt Sippe ausgezogen war, kamen endlich die Wehenfreunde. (Mein persönliches Unwort des Jahres 2016) nach 10 Stunden unterschiedlichster Emotionen und spektakulärer Leistung meines Körpers warst du endlich da. Ich denke so gerne an unseren Moment zu dritt auf dem Kreissaalbett. Die Welt hat sich aufgehört zu drehen, so überwältigend war es, dich perfektes Knautschgeschöpf das erste Mal im Arm zu halten. Dein gleich wacher Blick ließ erahnen, was für ein Wirbelwind du irgendwann sein wirst. Also jetzt.
Du kamst, du sahst und siegtest. Im Krankenhaus haben wir es uns erstmal ein paar Tage gemütlich gemacht. Immer wieder liefen dem Papa und mir Freudentränen, weil wir nicht fassen konnten, dass du endlich da warst.
Jetzt, ein Jahr später, kann ich es manchmal immer noch nicht so ganz fassen.
Seitdem du da bist, ist vieles anders als vorher, das meiste richtig schön, einzelne Dinge recht nervenaufreibend, manchmal stressig, auf jeden Fall alles intensiver.
Du hast mich ganz schön durcheinander gewirbelt. Auch wenn ich nicht komplett zum Muttertier mutiert bin und durch die unfassbar tolle Unterstützung deines Papas durchaus (ab&zu) noch ein eigenes Leben als Frau führe, bin ich doch in Vielem anders geworden. Und dafür danke ich dir.
Ich danke dir dafür,
dass ich nun weiß, was unbedingte Liebe ist.
dass ich deinen Vater als großartigen Papa erleben darf.
dass ich meine Eltern und Schwiegereltern auf eine Weise erlebe und schätze, die mir ohne dich auf jeden Fall entgangen wäre.
dass ich tolle andere Mamas kennenlernen konnte.
Und ich bin dir dankbar für so vieles mehr.
Ich bin durch dich einiges sensibler geworden. Auch wenn ich dachte, das ginge gar nicht. Vieles geht mir so unter die Haut, dass ich manchmal kurz vorm Verzweifeln bin. Egal ob Nachrichten, Artikel in einem Magazin, ein Film… Genauso intensiv empfinde ich aber auch die schönen Momente- Puh 😉
Ich lebe bewusster. Wähle achtsamer aus, mit wem ich Zeit verbringe, höre zu,  hinterfrage mich und andere, unser Welt, in der wir leben, und die wir uns geschaffen haben, unsere Gedanken und Handlungen, immer kritischer. Manchmal mit dem Wunsch, komplett auszubrechen. Aber das ist ein anderes Thema.
Durch dich schaffe ich es öfter, im Moment zu sein, die Welt durch deine Augen zu sehen und mit dir im Spiel zu versinken. Mich weniger wichtig zu nehmen. Dein erstes unbeschwertes Lachen, deine ersten Worte, deine ersten Schritte, so schön, das zu erleben. Aber eigentlich braucht es nur deine Anwesenheit. Beweisen musst du mir nichts. Noch nicht 😉
Dein Lächeln macht mich glücklich, dein nächtliches Brabbeln im Bett finde ich wahnsinnig entzückend und wenn du dich zum Schlafen an mich kuschelst habe ich das Gefühl, die Welt ist in Ordnung. Unsere kleine zumindest.
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Irgendwie hatte ich das dann doch unterschätzt…

…das mit dem Mamasein&Bloggen. Und deswegen ist es hier so verdammt still, nachdem ich mir doch vorgenommen hatte, dass nicht schon wieder das Bloggen so schnell brach liegen sollte. Ich schleiche mich derweil also ziemlich um die Frage, ob ich das überhaupt noch forcieren sollte. Aber gerade habe ich ja Lust. und Zeit. (die Wäscheberge ignoriere ich. Zum Staubsaugen ist es eh viiiiiel zu spät, obwohl sooooo nötig. Und der Umstand, dass ich das Kletterdate abgesagt habe, zählt auch nicht. ) Also tippe ich ein paar Zeilen. Gar nichts Gehaltvolles, nur ein bisschen Gekritzle, so als Anstoß zum Bloggen im neuen Jahr. Zu sagen gäbe es eigentlich viel. Aber meine Zeit ist echt knapp. Der Wahnsinn, wie die Tage rasen, vor allem auch die kostbare Zeit nur für mich. Die ist gerade ziemlich rar. Das Baby (ich darf sie ja offiziell noch eine Woche so nennen. NUR noch eine Woche. Ich kann es nicht glauben. Aber das ist ja wieder ein ganz anderes Thema) will gerade ganz viel Mama, weil sie noch ein bisschen Unterstützung braucht, bei ihrem ungebremstem Antrieb, die Welt erkunden zu wollen. Am liebsten gehend, an Mamas Händen. Manchmal reicht schon eine. Aber nur manchmal. Schlafen klappt nachts prima, aber tagsüber ist das überschätzt (nur beim Baby. NICHT bei Mama) und so tapern wir gemeinsam entschleunigt durch den Tag. Es ist schön. Ich bin viel im Hier&Jetzt, die blöden Gedanken finden dann wenig Raum, wenn das wichtigste ist, es heile aufs Bett und wieder runter zu schaffen. Aber es ist auch anstrengend. Viel bleibt liegen, vieles bleibt gedacht und nicht getan oder geschrieben….

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Elternzeit verlängern? Lets so do it!

Ich bin ganz aufgeregt! Wenn alles klappt, werde ich mir den Luxus gönnen, das kleine Banni noch eine Weile selbst zu betreuen, allerdings gibt es da noch ein paar Hürden (die ja vielleicht gar keine sind- hach, da spricht jetzt mal die Optimistin in mir) und viele Fragen.

Wird mein Dienstherr das erlauben? Wie wird meine Schulleitung reagieren, vor allem, nachdem ich denen vor weniger als einer Woche noch sagte, ich käme Vollzeit zurück? Will die Schule mich dann überhaupt noch? Was, wenn nicht? Wer entscheidet das auch? Werde ich mit der Konsequenz leben können? Und werden wir uns das leisten können? Bin ich dann nicht faul? Hallo Gedankenkarusell!
Es ist schon interessant, wie die Welt sich auf den Kopf dreht, wenn so ein kleines Bündel da ist. Nicht nur, dass ich in meinem Leben noch nie so unbedingt geliebt habe (sorry, Mann) und noch nie so sehr das Gefühl hatte, gerade genau da zu sein, wo ich hin gehöre. Es stellt auch vieles in Frage, Prioritäten verschieben sich und viele Momente mit Kind erscheinen mir als Yoga in reinster Form. Also eigentlich alles nichts Neues und trotzdem erfährt es jedes Eltern ja auch anders. Ganz anders als zuvor gedacht/gefühlt/geplant. Und so ist es nun auch mit meiner Elternzeit. Als ich den Antrag ausfüllte, dachte ich keine Sekunde darüber nach, länger als ein Jahr auszusetzen. Zum einen die dazugehörigen Glaubenssätze, zum anderen aber auch die für mich in Stein gemeißelte Annahme, dass ich sicher froh sei, nach 12 Monaten Hausfrau und Mutter wieder in den Beruf zurück kehren zu Können. (Never mind die Tatsache, dass Kinderbetreuung in Köln zu kriegen fast einem Lottogewinn gleicht) Noch nie in meinem Leben wurde ich so derbe eines besseren belehrt. Es ist nämlich so, dass der Gedanke, ab Bannies ersten Geburtstag wieder voll zu arbeiten, mir ein ganz enges Gefühl in der Halsgegend beschert. Ich möchte sie nicht Vollzeit in eine Betreuung geben. Ich möchte nicht in die Arbeitsmühle zurück, die mir viel von der Gelegenheit nimmt, die Kleine weiter aufwachsen zu sehen. Ich möchte nicht andere Kinder erziehen, während mein Kind vielleicht den ersten Schritt macht…
Jetzt aber mal cut hier, der Anruf an die Bezirksregierung steht an. Anlauf zur Hürde Nummer eins. Bis später!
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